Das Australische Zitronenblatt (Backhousia citriodora), auch Lemon Myrtle genannt, ist eine faszinierende Pflanze mit intensivem Zitronenaroma. Sie ist nicht nur ein Highlight in der Küche, sondern auch eine attraktive Zierpflanze für Garten und Balkon.
Wer die duftenden Blätter regelmäßig ernten möchte, kann das Australische Zitronenblatt selbst vermehren. In diesem Artikel erfährst du alles Wichtige zur Vermehrung – von der Auswahl des richtigen Materials über die optimale Vorgehensweise bis hin zur Pflege der Jungpflanzen.
Was ist das Australische Zitronenblatt?
Bevor wir zur Vermehrung kommen, ein kurzer Überblick:
Das Australische Zitronenblatt stammt – wie der Name schon sagt – ursprünglich aus Australien. Die immergrüne Pflanze kann in ihrer Heimat bis zu 20 Meter hoch werden, bleibt bei uns aber meist deutlich kleiner. Die Blätter enthalten ätherische Öle, die für den typischen Zitronenduft sorgen. Sie werden gerne zum Würzen von Speisen, für Tee oder zur Herstellung von Kosmetik verwendet.
Vermehrungsmethoden im Überblick
Es gibt zwei gängige Möglichkeiten, das Australische Zitronenblatt zu vermehren:
- Aussaat (Vermehrung durch Samen)
- Stecklingsvermehrung (Vegetative Vermehrung über Stecklinge)
Beide Methoden haben ihre Vor- und Nachteile. Während die Aussaat oft etwas Geduld erfordert, bringt die Stecklingsvermehrung meist schneller Erfolg und sorgt für genetisch identische Nachkommen.
Vermehrung durch Samen
1. Saatgut gewinnen oder kaufen
Samen des Australischen Zitronenblatts sind im Fachhandel oder bei spezialisierten Online-Shops erhältlich. Die eigene Samenproduktion ist schwierig, da die Pflanze in unseren Breiten selten blüht und fruchtet.
2. Aussaat vorbereiten
- Zeitpunkt: Die beste Zeit für die Aussaat ist das Frühjahr.
- Substrat: Verwende eine lockere, nährstoffarme Anzuchterde. Die Samen benötigen Licht zum Keimen, daher nicht oder nur ganz leicht mit Erde bedecken.
- Gefäß: Flache Schalen oder kleine Töpfe eignen sich gut.
3. Aussaat und Keimung
- Samen auf das feuchte Substrat streuen und leicht andrücken.
- Das Gefäß mit einer durchsichtigen Haube oder Folie abdecken, um die Luftfeuchtigkeit hoch zu halten.
- An einen hellen, warmen Ort stellen (20–25 °C).
- Das Substrat gleichmäßig feucht, aber nicht nass halten.
- Die Keimdauer beträgt meist 2–4 Wochen.
4. Pikieren und Umtopfen
Sobald die Keimlinge 2–3 echte Blätter entwickelt haben, können sie vorsichtig in einzelne Töpfe pikiert werden.
Stecklingsvermehrung: Schnell und unkompliziert
Die Vermehrung über Stecklinge ist besonders beliebt, da sie einfach und erfolgversprechend ist.
1. Geeignete Stecklinge schneiden
- Zeitpunkt: Am besten im späten Frühjahr oder Sommer, wenn die Pflanze kräftig wächst.
- Material: Verwende halbverholzte Triebe, die etwa 10–15 cm lang sind.
- Die unteren Blätter entfernen, nur die oberen 2–3 Blätter stehen lassen.
2. Stecklinge vorbereiten
- Die Schnittstelle schräg anschneiden, um die Aufnahme von Wasser zu erleichtern.
- Optional: Die Schnittstelle in Bewurzelungspulver tauchen, um die Wurzelbildung zu fördern.
3. Einpflanzen und Standort
- Die Stecklinge in kleine Töpfe mit Anzuchterde oder einer Mischung aus Sand und Torf stecken.
- Gut andrücken und angießen.
- Die Töpfe mit einer Folie oder einem Mini-Gewächshaus abdecken, um ein feuchtes Mikroklima zu schaffen.
- An einen hellen, aber nicht sonnigen Platz stellen. Temperaturen zwischen 20 und 25 °C sind ideal.
4. Pflege und Bewurzelung
- Regelmäßig lüften, um Schimmelbildung zu vermeiden.
- Substrat leicht feucht halten, aber Staunässe vermeiden.
- Nach etwa 4–8 Wochen bilden sich die ersten Wurzeln. Leichter Widerstand beim Ziehen am Steckling zeigt, dass die Bewurzelung erfolgreich war.
5. Umtopfen und Weiterkultur
- Nach erfolgreicher Bewurzelung die Jungpflanzen in größere Töpfe mit nährstoffreicher Erde umsetzen.
- Langsam an mehr Licht gewöhnen und die Folie entfernen.
- Ab einer Größe von 15–20 cm können die Pflanzen ins Freie oder in größere Kübel umziehen.
Häufige Fehler und Tipps für die erfolgreiche Vermehrung
- Zu viel Wasser: Staunässe ist der größte Feind. Lieber etwas trockener halten als zu nass.
- Zu wenig Licht: Helle, aber nicht direkte Sonne ist optimal. Bei Lichtmangel wachsen die Pflanzen schwach.
- Geduld: Gerade bei der Aussaat braucht es manchmal etwas länger. Nicht zu früh aufgeben!
- Schutz vor Schädlingen: Junge Pflanzen sind empfindlich gegenüber Blattläusen und anderen Schädlingen. Regelmäßige Kontrolle ist sinnvoll.
Fazit
Die Vermehrung des Australischen Zitronenblatts ist mit etwas Geduld und der richtigen Methode gut möglich. Während die Aussaat vor allem für geduldige Pflanzenfreunde geeignet ist, bringt die Stecklingsvermehrung schnellere Erfolge und sorgt für kräftige Jungpflanzen. Mit einer gelungenen Anzucht kannst du schon bald dein eigenes Lemon Myrtle ernten und genießen – ob als aromatische Zutat in der Küche oder als duftende Zierde auf Balkon und Terrasse.