In heutigen Zeiten, in denen die Energiepreise explodieren und das Umweltbewusstsein wächst, nimmt die Bedeutung des Heizens mithilfe von Holz immer weiter zu. Offen bleibt zumeist die Frage, welche Holzart sich am besten als Brennholz verwenden lässt. Interessant, jedoch kaum bekannt, ist die Option, das Holz der Akazie als Brennholz zu verwenden. Deshalb gehen wir in diesem Artikel besonders auf die Eigenschaften der Akazie, deren Vor- und Nachteile ein. Außerdem geben wir praktische Hinweise, wie sich Akazienholz als Brennholz verwenden lässt.
Eigenschaften von Akazienholz
Charakteristisch für Akazienholz sind herausragende Brenneigenschaften. So weist das Holz der Akazie einen Heizwert zwischen 4,1 bis 4,3 Kilowattstunden je Kilogramm auf und ist damit eines der energiereichsten heimischen Hölzer. Mit dieser Energiefreisetzung sorgt sie für eine lang anhaltende, effiziente Wärme in allen Wohnräumen und übertrifft damit sogar die Heizleistung von Buche und Eiche.
Akazienholz brennt aufgrund seiner hohen Dichte gleichmäßig und langsam, was für eine Wärmespeicherung über einen längeren Zeitraum sorgt.
Dank der harten Holzstruktur des Laubbaumes ist das Holz schwer spaltbar, was es besonders langlebig macht. Selbst mit einer Restfeuchte verbrennt das Holz ausgezeichnet, was es unkompliziert in seiner Anwendung macht. Vergleichsweise zu Nadelhölzern hält sich die Funkenbildung in Grenzen, was das Verbrennen von Akazienholz insbesondere für offene Kamine attraktiv macht.
Im Verhältnis zu anderen Gehölzern, die beim Verbrennungsvorgang unangenehm riechen, verbreitet verbranntes Akazienholz einen beinahe neutralen, dezenten Duft. Viele Menschen empfinden diesen Duft sogar als angenehm und wohltuend. Eine nur in geringem Maße enthaltene Harzmenge ermöglicht einen sauberen Verbrennungsprozess. Gleichzeitig reduziert sich dadurch das Entstehen von möglichen Ablagerungen in der Feuerstätte sowie im Schornstein. Sämtliche genannten Eigenschaften stehen für eine herausragende, sichere Heizoption.

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Diese Vorteile bietet die Akazie als Brennholz
Akazie birgt diverse Vorteile zum Heizen. Welche dies unter anderem sind, haben wir nachfolgend aufgelistet.
- Gegen Schädlinge widerstandsfähiger
Schon beim Lagern von Akazienholz zeigen sich erste Vorteile, denn Akazie ist gegen Insekten und Pilzen resistenter, als dies bei zahlreichen anderen Holzarten der Fall ist. - Herausragende Wärmeresultate
Ein besonders hoher Brennwert zeichnet für eine lang anhaltende Wärmeentwicklung in den Räumlichkeiten verantwortlich, was für hohes Wohlbefinden beiträgt. - Längere Glutdauer
Akazienholz glüht länger, die Glut hält sich stabiler, was ein großer Pluspunkt beim Kochen in Holzöfen oder für all jene ist, die über Nacht heizen. - Weniger Holzverbrauch
Dank der hohen Energiedichte verringert sich der Holzverbrauch, um den gleichen Wärmeeffekt zu erreichen, wie weichere Hölzer liefern.
Eventuelle Nachteile
Trotz der zahlreichen Vorteile erweist sich das Schüren mit Akazie ein wenig nachteilig. Unter anderem lässt sich das Holz der Akazie schwerer entzünden als vergleichbares weicheres Holz. Basierend auf dem minimalen Funkenflug und des kaum vorhandenen Geräuschpegels bleibt auch das oftmals als romantisch erlebte Prasseln und Knistern eines Kaminfeuers aus. Beachtenswert ist ferner die höhere Aschebildung als bei vergleichbaren Harthölzern, sodass mit einem erhöhten Kamin- oder Ofenreiniger-Einsatz zu rechnen ist.
Überdies ist die Beschaffung von Akazienholz weniger einfach, da es kaum regional überall verfügbar ist. Außerdem ist Akazie oftmals preislich gesehen teurer als andere Brennholzarten, wie beispielsweise Fichte oder Buche. In frisch geschlagenem Akazienholz steckt eine Menge Feuchtigkeit, sodass dieses vor dem Verbrennen des Holzes wenigstens zwei Jahre bei einer guten Belüftung trocken zu lagern ist. Da Akazienholz relativ hart ist, lässt es sich schwer verarbeiten. Deshalb ist es ratsam, auf gutes Werkzeug respektive maschinelle Unterstützung zurückzugreifen.

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Richtige Lagerung und Verwendung
Um Akazienholz als Brennholz sein volles Potenzial zu geben, sind diverse Lagerungs- und Nutzungshinweise zu beachten. Einerseits ist es essenziell, Akazienholz aufzustapeln, gut zu belüften und vor Feuchtigkeit sowie Nässe zu schützen. Liegt die Restfeuchte unterhalb 20 Prozent, so ist dies ideal. Lohnenswert ist das Überprüfen der Ofenverträglichkeit, denn Akazienholz entwickelt schnell einen hohen Hitzewert, für den nur bestimmte Kamine oder Öfen für Hartholz nutzbar sind.
Um das Anheizen zu erleichtern, ist eine Mischfeuerung mit weicheren Hölzern wie Erle oder Birke empfehlenswert. Gleichzeitig resultiert hieraus eine ausbalancierte Wärmeentwicklung. Um einer zu starken Hitzeentwicklung entgegenzuwirken, ist – wie bei sämtlichen Harthölzern – auf genügend Abstand zu leicht brennbaren Materialien in der Nähe zu achten.
Wissenswertes zur Akazie
Rein botanisch gesehen ist das im europäischen Raum verbreitete Akazienholz das Holz der Robinie, bekannt auch unter der Bezeichnung „falsche Akazie“. Die echte Akazie ist ein Gewächs, das ursprünglich aus den subtropischen wie tropischen Halbwüsten von Afrika und Australien stammt und somit im mitteleuropäischen Raum selten verbreitet ist. In Europa wachsen Akazien ausschließlich in Südeuropa, wobei sich die Pflanze oft als Sträucher findet. Allerdings wächst die Akazie auch in Form von Bäumen, die eine Höhe von bis zu 30 Metern erreichen. Eingebürgert hat sich die Bezeichnung Akazienholz jedoch für Robinienholz, selbst im Handel mit Brennholz.