München hat unter den deutschen Großstädten eine der ältesten Bausubstanzen. Rund 60 Prozent des Wohngebäudebestands in Bayern stammen aus der Zeit vor 1978, als die erste Wärmeschutzverordnung in Kraft trat.
In einer Stadt mit so vielen Gründerzeitbauten, Nachkriegsgebäuden und unsanierten Mehrfamilienhäusern ist der energetische Sanierungsstau groß. Dazu kommen die Münchner Klimaziele: Die Stadt hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2035 klimaneutral zu werden, was im Gebäudesektor ja auch konkrete Maßnahmen zur Folge hat. Für Hauseigentümer, Käufer und Bauherren heißt das: Der richtige Zeitpunkt für eine Energieberatung ist jetzt.
Was leistet ein Energieberater in München?
Ein Energieberater München untersucht den energetischen Zustand eines Gebäudes und erarbeitet darauf aufbauend einen realistischen Sanierungsplan. In der Praxis umfasst das mehrere Leistungen: die Vor-Ort-Bestandsaufnahme, die Erstellung eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) nach GEG, die Berechnung der Heizlast nach DIN EN 12831 und die Ausstellung von Energieausweisen, wahlweise als Bedarfs- oder Verbrauchsausweis.
Wer seine Sanierung in Etappen gemäß iSFP umsetzt, erhält bei der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) einen zusätzlichen Förderbonus von 5 Prozent im Vergleich zu Einzelmaßnahmen ohne Fahrplan. Qualifizierte Berater sind in der Expertenliste der Deutschen Energie-Agentur (dena) verzeichnet. Dies ist Voraussetzung für viele BAFA- und KfW-Förderprogramme. Ohne diesen Nachweis werden Anträge in der Regel abgelehnt.
Wann ist eine Energieberatung München sinnvoll?
Vor dem Heizungstausch ist eine Beratung in den meisten Fällen nicht nur empfehlenswert, sondern notwendig. Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) verlangt vor dem Einbau einer neuen Heizungsanlage in Bestandsgebäuden eine Heizlastberechnung. Ohne diese Berechnung ist eine zuverlässige Bestimmung der Anlagengröße und eine sichere Beantragung von Fördermitteln nicht möglich.
Bevor es bei einem Immobilienkauf zu Überraschungen kommt, lohnt sich der Blick eines Fachmanns: Ein Energieberater schätzt den tatsächlichen Sanierungsbedarf und die Investitionskosten realistisch ein. Für viele Förderprogramme, etwa die Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG) über BAFA und KfW, ist eine Energieberatung formale Antragsvoraussetzung. Das gilt für Einzelmaßnahmen wie Dämmung und Fensteraustausch ebenso wie für Komplettsanierungen.
Worauf bei der Auswahl achten?
Nicht jeder, der sich Energieberater nennt, ist für Förderprogramme zugelassen. Die dena-Expertenliste führt ausschließlich Berater, die die Zulassungsvoraussetzungen für BAFA- und KfW-Programme erfüllen. Ein erster Prüfschritt bei der Suche nach einem Energieberater in der Nähe München sollte daher die Verifizierung über diese Liste sein. Wichtig sind zudem Erfahrung und regionale Kenntnisse.
Besonders das Münchner Altbauinventar der Gründerzeit oder der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts hat aber seine eigenen bautechnischen Besonderheiten: Ziegelmauerwerk ohne Kerndämmung, Holzbalkendecken, Fenstertypen, die es nur in alten Gebäuden gibt. Ein Berater, der mit diesen Strukturen vertraut ist, kann bessere Maßnahmenempfehlungen und genauere Kostenschätzungen abgeben als jemand, der sich vor allem mit Neubauten beschäftigt.
Energieberater München Kosten
Die Transparenz der Kosten sollte selbstverständlich sein: Energieberater München Kosten richten sich natürlich nach dem Umfang der Leistung. Eine vollständige iSFP-Erstellung mit Vor-Ort-Termin kostet etwa zwischen 1.000 und 2.500 Euro. Das BAFA fördert einen Teil der Beratungskosten nach dem Programm „Bundesförderung für Energieberatung für Wohngebäude“, gegenwärtig bis zu 80%, maximal 1.300 Euro bei Ein- und Zweifamilienhäusern.
Zusätzliche regionale Förderung
Von den Bundes- und Landesförderungen abgesehen gibt es in München allerlei kommunale Programme: Das Förderprogramm Energieeinsparung (FES) der Stadt München unterstützt Maßnahmen zur Gebäudedämmung und zur Optimierung der Heizungsanlage oder zum Einsatz erneuerbarer Energien. Diese Programme werden von Eigentümern häufig nicht beachtet, weil sie nicht so spektakulär beworben werden wie die Bundesförderungen.
Ein regional ansässiger Berater für energetische Sanierung München kennt diese förderlichen Möglichkeiten aus seinem Tagesgeschäft und kann sie gezielt in die Sanierungsplanung einbeziehen. Das spart Arbeit bei der Recherche und verhindert, dass die Förderanträge wegen falscher Formulierungen oder übersehener Fristen zum Scheitern verurteilt sind. Wer einen konkreten Sanierungsplan ausarbeiten oder einen Förderantrag vorbereiten will, sollte sich frühzeitig mit einem geeigneten Berater in Verbindung setzen, am besten bevor die Aufträge an die Handwerker vergeben werden.