Gasheizung: Was sind die Ursachen für unverbranntes Gas?

von EigenAdmin12
gasheizung

Gasheizungen gelten als effiziente und weit verbreitete Heizsysteme in deutschen Haushalten. Sie bieten eine zuverlässige Wärmeversorgung und sind – bei ordnungsgemäßem Betrieb – relativ umweltfreundlich. Dennoch kann es vorkommen, dass bei der Verbrennung von Erdgas oder Flüssiggas nicht alles Gas vollständig verbrannt wird.

Unverbranntes Gas birgt nicht nur ein Sicherheitsrisiko, sondern kann auch die Effizienz der Heizanlage mindern und zu erhöhten Emissionen führen. In diesem Artikel erfährst du, welche Ursachen hinter unverbranntem Gas bei Gasheizungen stecken, welche Gefahren damit verbunden sind und wie du als Betreiber oder Fachkraft gezielt gegensteuern kannst.

Was bedeutet „unverbranntes Gas“ bei einer Gasheizung?

Im Idealfall wird das zugeführte Gas in einer Gasheizung vollständig verbrannt. Dabei entstehen hauptsächlich Kohlendioxid (CO₂) und Wasser (H₂O) – beides vergleichsweise harmlose Stoffe. Wird das Gas jedoch nicht vollständig verbrannt, spricht man von „unverbranntem Gas“. Dieses kann als brennbares Gasgemisch in den Abgasen verbleiben oder im schlimmsten Fall direkt in den Aufstellraum austreten. Unverbranntes Gas ist nicht nur Energieverschwendung, sondern stellt auch ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar: Schon geringe Mengen können explosionsfähige Atmosphären erzeugen oder zu Kohlenmonoxidbildung führen, was für Menschen lebensgefährlich ist.

füllstand einer gasheizung

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Ursachen für unverbranntes Gas

Es gibt verschiedene Gründe, warum Gas in einer Heizung nicht vollständig verbrannt wird. Die wichtigsten Ursachen im Überblick:

1. Falsches Gas-Luft-Gemisch

Für eine saubere Verbrennung benötigt das Gas die richtige Menge Sauerstoff. Ist das Gas-Luft-Gemisch zu „fett“ (zu viel Gas, zu wenig Luft), bleibt ein Teil des Gases unverbrannt. Umgekehrt kann ein „mageres“ Gemisch (zu viel Luft, zu wenig Gas) ebenfalls zu Problemen führen, etwa zu einer unvollständigen Verbrennung und erhöhter Kohlenmonoxidbildung.

2. Verstopfte oder verschmutzte Brenner

Ablagerungen durch Staub, Ruß oder Verbrennungsrückstände können die Brennerdüsen verstopfen. Dadurch wird das Gas nicht gleichmäßig verteilt und kann nicht optimal verbrennen.

3. Defekte oder falsch eingestellte Komponenten

Ein defektes Magnetventil, eine verschlissene Zündelektrode oder eine falsch eingestellte Gasarmatur können den Gasfluss oder die Zündung beeinträchtigen. Auch fehlerhafte Sensoren oder Steuerungen können dazu führen, dass das Gas nicht richtig verbrannt wird.

4. Zu geringe Verbrennungstemperatur

Wird die notwendige Temperatur zur vollständigen Verbrennung nicht erreicht, bleibt ein Teil des Gases unverbrannt. Das kann zum Beispiel bei zu geringer Heizlast, falscher Kesselgröße oder zu niedrig eingestellter Vorlauftemperatur passieren.

5. Undichtigkeiten im System

Leckagen im Gasleitungssystem oder an Verbindungsstellen können dazu führen, dass Gas bereits vor dem Brenner austritt und somit gar nicht erst verbrannt wird.

6. Unzureichende Wartung

Regelmäßige Wartung ist entscheidend für den sicheren und effizienten Betrieb einer Gasheizung. Vernachlässigte Wartungsintervalle erhöhen das Risiko für Störungen und unverbranntes Gas erheblich.

Gefahren und Auswirkungen für die Gasheizung

Unverbranntes Gas ist nicht nur Energieverschwendung, sondern kann auch ernsthafte Folgen haben:

  • Explosionsgefahr: Schon geringe Mengen Gas in der Luft können zu explosionsfähigen Gemischen führen.
  • Gesundheitsrisiko: Unvollständige Verbrennung führt zur Bildung von Kohlenmonoxid (CO), einem hochgiftigen Gas, das geruchlos und unsichtbar ist.
  • Umweltbelastung: Unverbranntes Methan ist ein starkes Treibhausgas und trägt erheblich zum Klimawandel bei.
  • Effizienzverlust: Jede nicht genutzte Gasmolekül bedeutet weniger Heizleistung und höhere Kosten für den Betreiber.
reparatur einer gastherme

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Gegenmaßnahmen: Was kann man tun?

1. Regelmäßige Wartung und Inspektion

Lasse deine Gasheizung mindestens einmal jährlich von einem Fachbetrieb warten. Dabei werden Brenner, Düsen, Zündvorrichtungen und Sicherheitseinrichtungen überprüft, gereinigt und bei Bedarf erneuert.

2. Kontrolle und Einstellung des Gas-Luft-Gemischs

Eine präzise Einstellung des Gas-Luft-Gemischs ist entscheidend. Moderne Heizungen verfügen meist über automatische Regelungen, ältere Anlagen sollten regelmäßig manuell überprüft werden. Fachbetriebe nutzen hierfür spezielle Messgeräte.

3. Reinigung der Brenner

Verschmutzte Brenner sollten regelmäßig gereinigt werden, um eine optimale Verbrennung zu gewährleisten. Bereits kleine Ablagerungen können die Verbrennung negativ beeinflussen.

4. Überprüfung auf Undichtigkeiten

Das gesamte Gasleitungssystem sollte regelmäßig auf Dichtheit geprüft werden. Schon kleine Lecks können gefährlich sein und müssen umgehend behoben werden.

5. Austausch defekter Komponenten

Defekte Magnetventile, Zündelektroden oder Sensoren sollten sofort ersetzt werden. Moderne Anlagen melden viele Fehler automatisch, bei älteren Modellen ist eine manuelle Kontrolle notwendig.

6. Einbau von Gas- und CO-Meldern

Zur Sicherheit empfiehlt sich die Installation von Gasmeldern und Kohlenmonoxidwarnern im Heizungsraum. Diese Geräte schlagen Alarm, bevor gefährliche Konzentrationen erreicht werden.

Fazit

Unverbranntes Gas bei Gasheizungen ist ein ernstzunehmendes Problem, das nicht nur die Effizienz der Heizanlage beeinträchtigt, sondern auch erhebliche Gefahren für Gesundheit und Sicherheit birgt. Die häufigsten Ursachen sind ein falsches Gas-Luft-Gemisch, verschmutzte Brenner, defekte Komponenten und mangelnde Wartung. Mit regelmäßiger Inspektion, fachgerechter Einstellung und dem Einbau von Warnmeldern kannst du das Risiko deutlich reduzieren und für einen sicheren, sparsamen Heizbetrieb sorgen. Denke daran: Arbeiten an der Gasheizung gehören immer in die Hände von Fachleuten!

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