Stromverbrauch von Nachtspeicheröfen: Das sollte man wissen

von EigenAdmin12
moderner nachtspeicherofen

Nachtspeicheröfen galten in den 1960er bis 1980er Jahren als innovative Heizlösung für viele Haushalte in Deutschland. Heute stehen sie oft in der Kritik – vor allem wegen ihres Stromverbrauchs und der damit verbundenen Kosten. Doch wie hoch ist der Stromverbrauch von Nachtspeicheröfen wirklich? Und gibt es Möglichkeiten, diesen zu reduzieren? In diesem Artikel erfahren Sie alles Wichtige rund um das Thema.

Was sind Nachtspeicheröfen und wie funktionieren sie?

Nachtspeicheröfen sind elektrische Heizgeräte, die Wärme hauptsächlich nachts speichern, wenn der Strom günstiger ist (Nachtstromtarif). Die gespeicherte Wärme wird tagsüber nach und nach an die Wohnräume abgegeben. Das Prinzip dahinter: Energieversorger wollten die Netzauslastung besser steuern und boten günstigere Tarife außerhalb der Spitzenzeiten an. Die Öfen bestehen aus einem Speicherblock aus Schamottesteinen, der mit Heizstäben elektrisch aufgeheizt wird.

Der Ofen lädt sich nachts mit Strom auf und speichert die Wärme im Inneren. Über den Tag verteilt gibt er diese Wärme reguliert an den Raum ab, entweder über natürliche Konvektion oder mithilfe eines eingebauten Lüfters. Die Steuerung kann manuell oder automatisch erfolgen, abhängig vom Modell.

Wie hoch ist der Stromverbrauch von Nachtspeicheröfen?

Der Stromverbrauch hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Alter und Effizienz des Geräts: Ältere Modelle verbrauchen meist mehr Strom als neuere.
  • Wärmedämmung des Gebäudes: In schlecht isolierten Häusern muss mehr geheizt werden.
  • Nutzerverhalten: Wie oft und wie hoch wird der Ofen geladen?
  • Außentemperaturen: In besonders kalten Wintern steigt der Verbrauch.

Durchschnittswerte

Im Schnitt verbraucht ein Nachtspeicherofen pro Quadratmeter beheizter Fläche etwa 70 bis 120 kWh Strom pro Jahr. Für eine 70 m² große Wohnung ergibt das einen Jahresverbrauch von ca. 5.000 bis 8.500 kWh – je nach Dämmung und Nutzerverhalten kann dieser Wert aber auch deutlich höher oder niedriger ausfallen.

Beispielrechnung:

  • 80 m² Wohnung x 100 kWh = 8.000 kWh pro Jahr

Bei einem Strompreis von 30 Cent pro kWh ergeben sich Heizkosten von etwa 2.400 Euro jährlich. Dabei sind regionale Unterschiede und mögliche Sondertarife für Nachtstrom noch nicht berücksichtigt.

stromverbrauch

Yevhen Prozhyrko/shutterstock.com

Warum sind die Geräte oft teuer im Betrieb?

Der Hauptgrund liegt im Energieträger: Strom ist in Deutschland im Vergleich zu Gas oder Fernwärme deutlich teurer. Selbst mit Nachtstromtarifen bleibt das Heizen mit Strom eine der teuersten Varianten. Hinzu kommt, dass Nachtspeicheröfen oft nicht so effizient arbeiten wie moderne Heizsysteme – vor allem in schlecht gedämmten Gebäuden.

Vorteile und Nachteile von Nachtspeicheröfen

Vorteile:

  • Einfache Installation, kein Wasseranschluss nötig
  • Geringe Wartungskosten, da keine beweglichen Teile wie bei Gas- oder Ölheizungen
  • Keine Abgase, daher keine Schornsteinfegergebühren

Nachteile:

  • Hohe Betriebskosten durch Strompreise
  • Träge Regelung: Die Wärme steht oft nicht dann zur Verfügung, wenn sie gebraucht wird
  • Umweltaspekt: Strommix in Deutschland ist immer noch teilweise fossil geprägt
  • Platzbedarf für die großen Speicherblöcke

Möglichkeiten zur Senkung des Stromverbrauchs

Wer weiterhin auf Nachtspeicheröfen angewiesen ist, kann mit einigen Maßnahmen den Stromverbrauch und damit die Kosten reduzieren:

  1. Verbesserte Dämmung: Eine gute Wärmedämmung senkt den Heizbedarf erheblich.
  2. Moderne Steuerung: Neue Thermostate oder intelligente Steuerungssysteme helfen, die Öfen bedarfsgerecht zu laden.
  3. Regelmäßige Wartung: Auch Nachtspeicheröfen sollten regelmäßig überprüft werden, um Defekte oder ineffiziente Einstellungen zu vermeiden.
  4. Nachtstromtarif prüfen: Ein günstiger Nachtstromtarif kann die Kosten etwas senken.
  5. Raumtemperatur absenken: Schon 1 °C weniger Raumtemperatur spart rund 6 % Energie.

Lohnt sich ein Austausch?

In vielen Fällen lohnt sich die Umstellung auf ein anderes Heizsystem – etwa eine Wärmepumpe, Gasheizung oder Fernwärme. Moderne Systeme sind deutlich effizienter und umweltfreundlicher. Allerdings sind die Investitionskosten oft hoch und nicht immer sofort umzusetzen, etwa in Mietwohnungen.

Fördermöglichkeiten: Für den Austausch alter Nachtspeicheröfen gibt es teilweise staatliche Förderprogramme, insbesondere wenn auf erneuerbare Energien umgestellt wird.

Fazit: Stromfresser mit begrenztem Zukunftspotenzial

Nachtspeicheröfen sind technisch einfach, aber im Betrieb meist teuer und wenig effizient. Der Stromverbrauch ist im Vergleich zu anderen Heizsystemen hoch, vor allem bei älteren Geräten und schlechter Gebäudedämmung. Wer die Möglichkeit hat, sollte über eine Modernisierung oder einen Heizungstausch nachdenken. Bis dahin helfen Dämmmaßnahmen, ein bewusster Umgang mit der Raumtemperatur und moderne Steuerungen, den Stromverbrauch zumindest etwas zu senken.

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