Hausverkauf ohne Bauchgefühl: Typische Fehler privater Verkäufer und wie man sie vermeidet

von EigenAdmin12

Ein Haus zu verkaufen ist für viele Menschen ein einmaliges Projekt und emotional stark aufgeladen. Umso wichtiger ist es, typische Fehler zu kennen, statt sich allein auf das Bauchgefühl zu verlassen.​

Fehler 1: Falscher Angebotspreis

Einer der häufigsten Stolpersteine ist ein nicht marktgerechter Preis. Wird zu hoch gestartet, bleiben Anfragen aus, das Angebot „verbrennt“ und wirkt nach mehreren Preisreduktionen schnell wie ein Ladenhüter. Ein zu niedriger Einstiegspreis führt dagegen dazu, dass Geld verschenkt wird, bevor überhaupt Verhandlungen begonnen haben.​ Für eine realistische Einordnung reicht der Blick auf Onlineanzeigen selten aus. Besser ist die Kombination aus regionalen Marktberichten, Bodenrichtwerten und aktuellen Vergleichsdaten für Lage, Zustand und Baujahr. Viele Eigentümer holen sich zusätzlich eine fachkundige Bewertung oder die Einschätzung von einem erfahrenen Immobilienmakler in Remscheid oder anderen Städten, um die Preisspanne im lokalen Markt besser einschätzen zu können.​

Fehler 2: Unvollständige oder unklare Unterlagen

Interessenten entscheiden nicht nur nach Bauchgefühl, sondern auch nach Fakten. Fehlen wichtige Dokumente wie Grundbuchauszug, Grundrisse, Flächenberechnung, Energieausweis oder Nachweise über Modernisierungen, wirkt ein Angebot schnell unseriös oder „kompliziert“.​ Zudem können spätere Überraschungen, etwa abweichende Wohnfläche oder nicht genehmigte Anbauten, zu Misstrauen führen oder sogar Verhandlungen platzen lassen. Wer frühzeitig alle Unterlagen zusammenträgt, sie verständlich aufbereitet und auf Nachfrage bereitstellen kann, schafft Vertrauen und beschleunigt den Prozess.​

Fehler 3: Schwache Präsentation und Fotos

Der erste Eindruck entsteht heute fast immer online. Dunkle, verwackelte Handyfotos, unaufgeräumte Räume oder fehlende Außenaufnahmen lassen ein Objekt schlechter wirken, als es tatsächlich ist. Potenzielle Käufer scrollen dann schnell weiter, ohne überhaupt eine Besichtigung in Erwägung zu ziehen.​ Gute Fotos und ein stimmiges Exposé zeigen Grundriss, Lichtverhältnisse und Nutzungsmöglichkeiten der Räume. Kleine Maßnahmen wie Aufräumen, neutrale Deko und Tageslichtaufnahmen können den Unterschied machen, ob ein Angebot im Gedächtnis bleibt oder untergeht.​

Fehler 4: Unklare Strategie bei Besichtigungen

Manche Verkäufer lassen Interessenten unstrukturiert „durchs Haus laufen“, andere überladen Besichtigungen mit zu vielen persönlichen Geschichten oder Rechtfertigungen. Beides kann dazu führen, dass sich Käufer kein klares Bild machen oder sich unwohl fühlen.​

Sinnvoll ist ein durchdachter Ablauf:

  • Begrüßung
  • kurzer Überblick
  • Hausführung mit Zeit für eigene Eindrücke
  • ruhige Phase für Fragen

Parallel sollten sensible Informationen wie Grundbuchinhalte oder detaillierte Pläne nicht unkontrolliert an jede Erstbesichtigung herausgegeben werden, sondern erst an wirklich ernsthafte Interessenten.​

Fehler 5: Fehlende Bonitätsprüfung

Ein häufig unterschätztes Risiko ist, dass sich eine scheinbar perfekte Zusage später als nicht finanzierbar entpuppt. Wenn Finanzierungsbestätigungen fehlen oder sehr spät eingehen, geht wertvolle Zeit verloren, in der andere Interessenten abgesprungen sein können. Vor der Reservierung oder gar dem Stopp weiterer Besichtigungen sollte eine schriftliche Bestätigung einer Bank oder eines Finanzberaters vorliegen, die besagt, dass Kaufpreis und Nebenkosten realistisch darstellbar sind. Seriöse Käufer haben in der Regel Verständnis dafür, dass Verkäufer auf diesen Nachweis bestehen.

Fehler 6: Emotionale Verhandlungen

An einem Haus hängen Erinnerungen, doch Käufer bezahlen für die Substanz, die Lage und die Marktlage, nicht für die Geschichten, die dort entstanden sind. Wer Kritik an Grundriss, Zustand oder Ausstattung persönlich nimmt, reagiert schnell gekränkt und blockiert aus Prinzip Verhandlungen. Eine sachliche Haltung ist dagegen viel besser, denn Argumente auf Grundlage von Fakten führen eher zu einem tragfähigen Kompromiss. Emotionen dürfen sein, sollten aber nicht allein darüber entscheiden, ob ein Angebot angenommen oder abgelehnt wird.

Fehler 7: Alles alleine machen wollen

Der private Verkauf wirkt auf den ersten Blick als Möglichkeit, Maklerkosten zu sparen. Gleichzeitig tragen Eigentümer dann die gesamte Verantwortung für Bewertung, Vermarktung, Besichtigungen, Auswahl und Verhandlungen. Ohne Marktkenntnis, Zeit und Erfahrung kann das schnell überfordern oder zu suboptimalen Ergebnissen führen.​ Verkäufer starten deshalb im ersten Schritt alleine und merken unterwegs, dass die Komplexität höher ist als gedacht. In solchen Fällen entscheiden sich Eigentümer oft, zumindest Teile des Prozesses abzugeben.​

Wer diese typischen Fehler kennt, Unterlagen sorgfältig vorbereitet, realistisch kalkuliert und sich bei Bedarf Unterstützung holt, erhöht die Chancen deutlich, sein Haus nicht nur zu verkaufen, sondern zu Bedingungen, die zur eigenen Lebenssituation passen.

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