Thermografie im Sommer: Wissenswertes und Tipps

von EigenAdmin12
thermografie

Die Thermografie ist eine faszinierende Technologie, die mithilfe von Infrarotkameras Temperaturunterschiede sichtbar macht. Sie findet in vielen Bereichen Anwendung – von der Gebäudediagnostik über die Industrie bis hin zur Medizin.

Während viele Menschen Thermografie vor allem mit der Suche nach Wärmeverlusten im Winter verbinden, kann auch die Thermografie im Sommer wertvolle Erkenntnisse liefern. Doch wie funktioniert das eigentlich, welche Besonderheiten gibt es in der warmen Jahreszeit und worauf sollte man achten? In diesem Artikel erfährst du alles Wissenswerte zum Thema.

Was ist Thermografie?

Thermografie bezeichnet die bildhafte Darstellung von Temperaturverteilungen auf Oberflächen. Spezielle Infrarotkameras erfassen die von Objekten abgegebene Wärmestrahlung und wandeln diese in ein Farbbild um, das sogenannte Thermogramm. Kalte Bereiche erscheinen dabei meist blau oder violett, warme Flächen werden gelb, orange oder rot dargestellt. So lassen sich auf einen Blick Temperaturunterschiede erkennen, die mit bloßem Auge nicht sichtbar wären.

Typische Einsatzgebiete

  • Gebäudethermografie: Aufspüren von Wärmebrücken, Dämmfehlern, Feuchtigkeit oder undichten Fenstern.
  • Industrie: Überwachung von Maschinen, Erkennung von Überhitzung, Kontrolle elektrischer Anlagen.
  • Medizin: Diagnostik von Entzündungen, Durchblutungsstörungen oder Tumoren.
  • Tierschutz und Landwirtschaft: Kontrolle von Tiergesundheit, Überwachung von Stalltemperaturen.
  • Photovoltaik: Aufspüren defekter Module oder Hotspots.

Im Winter ist die Thermografie besonders beliebt, um Wärmeverluste an Gebäuden sichtbar zu machen. Doch auch im Sommer gibt es zahlreiche sinnvolle Anwendungen.

energetische thermografie

rdonar/shutterstock.com

Thermografie im Sommer: Besonderheiten und Herausforderungen

Im Sommer herrschen andere Bedingungen als im Winter. Die Umgebungstemperaturen sind deutlich höher, die Sonneneinstrahlung intensiver, und die Temperaturunterschiede zwischen Innen- und Außenbereichen fallen oft geringer aus. Das bringt einige Herausforderungen, aber auch neue Möglichkeiten mit sich:

1. Höhere Grundtemperaturen

Durch die Sonneneinstrahlung heizen sich Gebäude, Fassaden und Dächer stark auf. Die gesamte Umgebungstemperatur ist erhöht, was die Interpretation der Thermogramme erschwert. Es ist schwieriger, kleine Temperaturdifferenzen zu erkennen, und es besteht die Gefahr von Fehlinterpretationen.

2. Einfluss der Sonne

Direkte Sonneneinstrahlung kann zu „falschen Hotspots“ führen. Oberflächen, die gerade von der Sonne beschienen werden, erscheinen auf dem Thermogramm deutlich wärmer, auch wenn sie keine baulichen Mängel aufweisen. Deshalb sollten Thermografieaufnahmen im Sommer möglichst früh am Morgen, am späten Abend oder bei bedecktem Himmel gemacht werden.

3. Weniger Temperaturdifferenz zwischen Innen und Außen

Im Winter ist der Temperaturunterschied zwischen beheiztem Innenraum und kalter Außenluft oft sehr groß – ideale Bedingungen, um Wärmeverluste zu identifizieren. Im Sommer hingegen sind die Unterschiede meist geringer, was die Aussagekraft der Bilder beeinflussen kann.

4. Vorteile im Sommer

Trotz dieser Herausforderungen gibt es auch Vorteile: Manche Schwachstellen, etwa bei der sommerlichen Überhitzung von Dachgeschossen, lassen sich gerade im Sommer besonders gut erkennen. Auch die Kontrolle von Klimaanlagen, Kühlräumen und Photovoltaikanlagen ist in der warmen Jahreszeit sinnvoll.

thermografische auswertung

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Anwendungsbeispiele im Überblick

1. Erkennung von Überhitzung in Dachgeschossen

Gerade in den Sommermonaten können sich Dachgeschosse extrem aufheizen. Mit der Thermografie lassen sich Schwachstellen in der Dämmung oder Belüftung erkennen, die zu einer Überhitzung führen. So können gezielt Maßnahmen zur Verbesserung des sommerlichen Wärmeschutzes ergriffen werden.

2. Kontrolle von Klimaanlagen und Kälteanlagen

Im Sommer laufen Klimaanlagen auf Hochtouren. Mit der Thermografie lassen sich Undichtigkeiten, Isolationsfehler oder ineffiziente Kühlaggregate schnell aufspüren. So können Energieverluste reduziert und der Wartungsbedarf optimiert werden.

3. Photovoltaikanlagen überwachen

Photovoltaikmodule erreichen im Sommer ihre höchste Leistung – und sind dabei auch besonders anfällig für Überhitzung oder sogenannte Hotspots. Die Thermografie ermöglicht es, defekte Zellen oder fehlerhafte Verbindungen zu erkennen, bevor größere Schäden oder Leistungsverluste auftreten.

4. Gebäudethermografie zur Vermeidung sommerlicher Hitzeprobleme

Auch wenn die klassische Gebäudethermografie im Sommer erschwert ist, kann sie helfen, Stellen zu identifizieren, an denen sich Hitze staut oder eindringt. So lassen sich gezielt Maßnahmen wie Sonnenschutz, Verschattung oder verbesserte Belüftung planen.

5. Industriethermografie

In der Industrie werden im Sommer vor allem elektrische Anlagen, Motoren und Produktionsmaschinen überwacht. Überhitzungen können frühzeitig erkannt und teure Ausfälle vermieden werden.

Tipps für erfolgreiche Thermografie im Sommer

  • Zeitpunkt wählen: Am besten früh morgens oder spät abends messen, wenn die Oberflächen abgekühlt sind und keine direkte Sonneneinstrahlung herrscht.
  • Wetter beachten: Idealerweise bei bedecktem Himmel oder nach einer längeren Schattenphase messen.
  • Vorher abkühlen lassen: Gebäude oder Anlagen sollten vor der Messung ausreichend Zeit haben, sich von direkter Sonneneinstrahlung zu erholen.
  • Innen- und Außenmessung kombinieren: Oft ist es sinnvoll, sowohl von außen als auch von innen zu messen, um Schwachstellen besser zu erkennen.
  • Erfahrene Fachleute beauftragen: Die Interpretation von Thermogrammen erfordert Erfahrung, besonders im Sommer. Fachleute wissen, wie sie Umgebungseinflüsse berücksichtigen und Fehlinterpretationen vermeiden.

Fazit

Thermografie im Sommer ist eine spannende und vielseitige Methode, um technische Anlagen, Gebäude und Photovoltaikanlagen zu überwachen und zu optimieren. Trotz einiger Herausforderungen durch hohe Umgebungstemperaturen und Sonneneinstrahlung bietet die Sommer-Thermografie viele Vorteile – von der Erkennung von Überhitzung bis zur Optimierung des sommerlichen Wärmeschutzes. Wer die Besonderheiten beachtet und die Messung fachgerecht durchführt, kann wertvolle Erkenntnisse gewinnen und langfristig Energie sowie Kosten sparen.

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